Zahnfleischbluten – Tipps für ein gesundes Zahnfleisch

Was hilft gegen Zahnfleischbluten? Und wann sollten Sie mit Zahnfleischbluten zum Arzt?

Zahnfleischbluten – Ursachen und Tipps

Ob zwischendurch, während einer Mahlzeit oder bei dem Zähneputzen – entdecken Sie bei sich Zahnfleischbluten, sollten Sie zeitnah einen Termin bei Ihrem Zahnarzt vereinbaren. Denn gesundes Zahnfleisch blutet nicht. Blutet das Zahnfleisch häufiger, ist gerötet oder geschwollen, liegen erste Anzeichen für eine Zahnfleischentzündung vor.

Spätestens bei einer Entzündung sollte ein Experte prüfen, inwiefern es sich um schwerwiegende Zahnfleischprobleme handeln könnte. Gegebenenfalls ist eine Behandlung notwendig, um schlimmeren Folgen vorzubeugen. Grundsätzlich ist große Vorsicht geboten, weil einmal verschwundenes, also zurückgegangenes Zahnfleisch nicht nachgebildet werden kann.

Neben der Behandlung beim Arzt oder der Verwendung von Hausmitteln gibt es viele weitere Möglichkeiten, den Blutungen vorzubeugen.

 

  1. Häufige Ursachen für Zahnfleischbluten
  2. Wann mit Zahnfleischbluten zum Zahnarzt?
  3. Behandlung von Zahnfleischbluten
  4. Was hilft gegen Zahnfleischbluten?
  5. Hausmittel gegen Zahnfleischbluten

Häufige Ursachen für Zahnfleischbluten

Zahnfleisch blutet beim Zähneputzen

Sie haben nach dem Zähneputzen Blut an Ihrer Zahnbürste oder im Waschbecken entdeckt? Dann ist dies ein erstes Anzeichen für eine milde Form der Zahnfleischentzündung, auch Gingivitis genannt. Ursache sind fast immer Bakterien. Wir haben davon über eine Milliarde im Mund und es sind mehr als 700 Arten bekannt, die unsere Mundhöhle besiedeln können.1 Im gesunden Zustand halten sich alle diese Mikroorganismen die Waage. Zahlreiche Gründe führen dazu, dass dieses Gleichgewicht aus den Fugen gerät und einige wenige Bakterien eine Zahnfleischentzündung verursachen, die häufig zu Zahnfleischbluten führt.

Gingivitis/ Zahnfleischentzündung

Eine Zahnfleischentzündung (auch Gingivitis genannt) liegt vor, wenn das Zahnfleisch nur oberflächlich entzündet ist. Es kann zusätzlich geschwollen und gerötet sein. Die Bakterien siedeln sich am Zahnfleischrand an und können von dort in einen kleinen natürlichen Spalt (Sulkus) zwischen Zahn und Zahnfleisch eindringen, wodurch Entzündungen entstehen können. Diese sorgen dann für Zahnfleischbluten. Schon eine gründliche Zahnreinigung kann helfen, um die Symptome abklingen zu lassen.

Parodontitis

Die Parodontitis ist eine Erkrankung des gesamten Zahnhalteapparates. Betroffen sind also neben dem Zahnfleisch auch die sogenannten Ligamente (Bändchen, die den Zahn in seiner Position halten) und auch der Kieferknochen. Es gibt unterschiedliche Stufen der Parodontitis, die je nach Stadium klassifiziert werden. Grundsätzlich können 4 unterschiedliche Stadien klassifiziert werden, die je nach „Taschentiefe“ der sog. Zahnfleischtaschen, sowie dem gesamten Ausmaß im Mundraum eingeteilt werden. Zudem wird bei der Diagnostik und anschließenden Diagnosestellung auch noch auf das (mögliche) Fortschreiten der entzündlichen Zahnbetterkrankung eingegangen.2

Nährstoffmangel

Zahnfleischbluten oder sogar Zahnfleischschwund sind unter anderem typische Folgen von Nährstoff- beziehungsweise Eiweißmangel. Bei einer Mangelernährung, Magersucht oder übermäßigem Alkoholkonsum kann ein Vitamin-C-Mangel entstehen und dem Mundraum zu schaffen machen. Ebenso verhält es sich beim Eiweiß-Mangel. Insbesondere der Zahnausfall durch Vitamin-C-Mangel ist aus Geschichtsbüchern als „Skorbut“ bekannt.

Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft kann es bei Frauen zu Schwankungen im hormonellen Haushalt des Körpers kommen. Die Hormone lockern das Gewebe im Mundraum auf und erleichtern somit den Befall von empfindlichen Stellen am Zahnfleisch, wodurch Entzündungen begünstigt werden können.

Mundhygiene & aggressive Putztechnik

Eine falsche oder zu aggressive Zahnputztechnik ist ein häufiger Grund für Zahnfleischbluten. Es gibt zahlreiche unterschiedliche wissenschaftlich untersuchte Zahnputztechniken. Viele hiervon, zum Beispiel die sog. BASS-Technik (kleine rüttelnde Bewegungen) sind im Alltag nicht anwendbar. Daher sollte für jeden die individuelle Zahnputztechnik mit den Experten aus der Zahnarztpraxis besprochen und geübt werden.

Erkrankungen

Personen, die an Diabetes mellitus erkrankt sind, besitzen ein erhöhtes Risiko für Zahnfleischerkrankungen und Zahnfleischbluten. Patienten mit Diabetes haben häufig ein schlecht durchblutetes Zahnfleisch. Zudem ist das Immunsystem nicht immer in der Lage bei Entzündungen so zu reagieren, wie bei gesunden Personen. Dies führt oft zu Zahnfleischproblemen bei Diabetikern. Es ist gut untersucht, dass eine Parodontitis-Therapie die Blutwerte, insbesondere den sog. HbA1 c-Wert verbessern kann. Daher ist es wichtig, dass Personen mit Diabetes mellitus mit ihrem Hausarzt und Zahnarzt über mögliche Therapieoptionen sprechen.

Zahlreiche weitere Erkrankungen können zu einer erhöhten Blutungsneigung des Zahnfleisches führen. Hierzu zählen zum Beispiel Leukämie, HIV und einige Pilzinfektionen. Daher ist es wichtig bei länger anhaltenden Zahnfleischproblemen diese mit dem Zahnarzt und Hausarzt abzuklären.

Medikamente

Antiepileptika in hoher Dosierung können für eine Zahnfleischwucherung sorgen. Häufig tritt so eine Wucherung nach der Verwendung des Epilepsie-Mittels Phenytoin auf.

Wird das Immunsystem in Form von Immunsuppressiva wie Cyclosporin A nach Organtransplantationen und Autoimmunerkrankungen behandelt, kann als Nebenwirkung Zahnfleischbluten auftreten.

Die Antibabypille oder anderen Hormonpräparate sorgen – ähnlich wie bei einer Schwangerschaft – für Schwankungen im Hormonhaushalt und begünstigen Zahnfleischbluten.

Blutverdünnende Medikamente, sog. Kalziumantagonisten, erhöhen zumeist das Risiko für Zahnbelag und Entzündungen im Mundraum.

Wann mit Zahnfleischbluten zum Zahnarzt?

Zahnfleisch wird untersucht

Leiden Sie lediglich selten unter Zahnfleischbluten, müssen Sie nicht unverzüglich zum Arzt. Zunächst sollten Sie versuchen, die Zähne besser zu reinigen und das Zahnfleisch dabei zu schonen. Die richtige Zahnputztechnik und eine regelmäßige professionelle Zahnreinigungkann in vielen Fällen schon Abhilfe schaffen. Vorsicht ist allerdings geboten, wenn bereits eine andere Erkrankung vorliegt, oder Sie seit kurzem neue Medikamente einnehmen.

Unbedingt zum Zahnarzt gehen sollten Sie, wenn das Bluten besonders langanhaltend, also länger als ca. 2-3 Tage, oder stark wahrgenommen wird oder wenn Ihr Zahnfleisch sich über einen kurzen Zeitraum sichtbar verändert hat. Außerdem sind starke Zahnfleischschmerzen, Mundgeruch, Fieber oder gelber Belag am Zahnfleisch deutliche Warnsignale, die Sie durch den Arzt abklären sollten. Ein weiteres Merkmal für einen Arztbesuch ist Müdigkeit, die im Zusammenhang mit Zahnfleischbluten auftritt.

Behandlung von Zahnfleischbluten beim Zahnarzt

  • Im ersten Patientengespräch beim Zahnarzt wird häufig gefragt, ob eine Erkrankung an Diabetes mellitusvorliegt, oder andere Krankheiten wie Blutungsstörungen, Herzkrankheiten oder Osteoporose bereits bekannt sind. Das sind die ersten Indikatoren über die Schwere des Zahnfleischblutens.
  • Für den Arzt ist es außerdem von Bedeutung, welche Medikamente Sie derzeit einnehmen. Auch die Frage nach der Intensität des Blutens sowie die Dauer der Beschwerden sind für eine erste Einschätzung und die Wahl der richtigen Therapie von Bedeutung.
  • Besteht möglicherweise ein erhöhtes und anhaltendes Stresslevel bei Ihnen? Und gibt es darüber hinaus ungesunde Essgewohnheiten, die das Zahnfleischbluten begünstigen können? Raucher tragen ebenso ein erhöhtes Risiko für Zahnfleischbluten mit sich.
  • Der Zahnarzt könnte sich bei weiblichen Patientinnen nach dem Zeitpunkt der letzten Periode erkundigen, beziehungsweise fragen, ob eine Schwangerschaft besteht.
  • Nach der Einordnung der Lebensumstände und möglicher Krankheiten prüft der Mediziner Ihre Zähne auf Karies oder Lockerungen, denn auch Fehlstellungen von Zähnen oder schwer zu reinigenden Stellen im Mundraum können zu vermehrtem Zahnfleischbluten führen.
  • Insgesamt wird bei einer Untersuchung die Gesundheit des Zahnfleisches auf den Prüfstand gestellt. Schwellungen und Rötungen lassen sich meist schon visuell erkennen.
  • Zusätzlich wird mit einer Sonde gemessen, ob das Zahnfleisch bereits zurückgeht und inwiefern der Spalt zwischen Zahn und Zahnfleisch vertieft ist.
  • Bei einer vorliegenden Parodontitis werden zusätzlich Röntgenbilder angefertigt, die als langfristige Kontrolle dienen, um einen potenziellen Knochenschwund zu überwachen.

Was hilft gegen Zahnfleischbluten?

Was hilft gegen Zahnfleischbluten?

Um sich vor Zahnfleischbluten zu schützen, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Diese können in der Regel vorbeugend wirken:

  1. Regelmäßiges Zähneputzen: Putzen Sie am besten 2-mal täglich Ihre Zähne, damit sich keine Plaque-Bakterien am Zahnfleischrand ansiedeln können, die eine Entzündung begünstigen. Entsprechende Zahncremes gegen Zahnfleischbluten helfen zusätzlich, wie die Bioniq Repair-Zahncreme Plus, mit den Wirkstoffen Lactoferrin und Hyaluron, welche die Pflege Ihres Zahnfleisches unterstützen und das Zahnfleisch vor Entzündungen schützen.
  2. Anwendung einer Mundspülung: Die zusätzliche Verwendung einer Mundspülung nach dem Zähneputzenhilft ebenso bei der Vorbeugung von Zahnfleischbluten. Die Bioniq Repair Zahn-Milch reduziert die bakterielle Anlagerung am Zahn und schützt vor Mundgeruch und Zahnfleischproblemen. Außerdem wirkt dieses nachhaltig antibakteriell.
  3. Die Zahnzwischenräume reinigen: Mit Zahnseide oder Interdentalbürsten in Ergänzung zur täglichen Zahnpflege können Zahnzwischenräume gesäubert werden. Hierbei gilt: Für eine korrekte Verwendung das Prophylaxe-Team in der Praxis ansprechen.
  4. Eine professionelle Zahnreinigung durchführen lassen: Mindestens zweimal im Jahr sollten im Rahmen der Prophylaxe-Untersuchungen beim Zahnarzt Plaque und festsitzender Zahnstein durch eine professionelle Zahnreinigung entfernt werden. Durch Plaque, der entfernt wird, entsteht weniger Angriffsfläche für Bakterien. Hierdurch kann Entzündungen und Zahnfleischbluten vorgebeugt werden.
  5. Die Zunge reinigen: Mit einer Zungenbürste können Sie selbständig auf der Zunge sitzende Keime entfernt und mindern so ebenfalls das Risiko von Zahnfleischentzündungen.
  6. Weniger Zucker essen: Der übermäßige Konsum von Zucker begünstigt das Wachstum von Bakterien im Mundraum. Vor allem kleine, zuckerhaltige Zwischenmahlzeiten über den Tag verteilt, regen das Wachstum der Karies-Bakterien an. Um diesen tagsüber weniger Angriffsfläche zu bieten, entweder auch zwischendurch die Zähne putzen oder zumindest ein zuckerfreies Kaugummi zur Zahnpflege nutzen.
  7. Gesunde, ausgewogene Ernährung: Weniger Zucker- und Alkoholkonsum sowie eine ausreichende Versorgung des Körpers mit Eiweiß und Vitamin C sind Faktoren, um Zahnfleischbluten vorzubeugen.

Häufig ergibt sich nach Anwendung der Tipps eine Verbesserung der Zahnfleischgesundheit. Sollte Ihr Zahnfleisch dennoch länger oder stark bluten und sogar schmerzen, ist ein Besuch beim Zahnarzt wichtig und sollte in keinem Fall aufgeschoben werden.

Hausmittel gegen Zahnfleischbluten

Einfache Mittel aus dem eigenen Haushalt können unterstützend bei Zahnfleischbluten wirken. Als besonders verlässlich gelten unter anderem Salbei- und Kamillentees, da diese die Entzündungen hemmen.

Produktempfehlungen zur Vorbeugung von Zahnfleischbluten

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Quellen:

  1. Meyer, F. & Enax, J. Die Mundhöhle als Ökosystem. Biol. Unserer Zeit 48, 62-68 (2018).
  2. Jepsen, S.: Neue PAR-Klassifikation, neue PAR-Leitlinie, neue PAR-Richtlinie. Kassenzahnärztliche Vereinigung, 05-2021.