Zahnaufbau, gesunde Zähne und Zahnersatz

Zahnaufbau Querschnitt

Unsere Zähne erfüllen zwar unterschiedliche Funktionen, dennoch sind alle unsere (in der Regel) 32 Zähne nahezu gleich aufgebaut. Ob Eckzahn, Backenzahn oder Schneidezahn – jeder unserer Zähne setzt sich aus drei Bereichen zusammen: Zahnkrone, Zahnhals und Zahnwurzel. Diese umgeben die sogenannte Pulpa, also den Teil des Zahns, der von Nerven und Blutbahnen durchzogen ist. Während unser Zahnschmelz aus ca. 97 % Hydroxylapatit besteht und somit die härteste Substanz im menschlichen Körper ist, enthält unser Zahnbein „nur“ ca. 70 % Hydroxylapatit.

In diesem Artikel erfahren Sie, wie ein menschlicher Zahn aufgebaut ist, welche Bereiche bei der täglichen Zahnpflege besonders gepflegt werden müssen und welche medizinischen Methoden zum Zahnaufbau eingesetzt werden können.

Zahnaufbau: Zahnkrone, Zahnhals und Zahnwurzel

Drei Bereiche Zahnaufbau

Betrachtet man einen Zahn von oben nach unten, lässt er sich grob in drei Bereiche gliedern: die Zahnkrone, den Zahnhals und die Zahnwurzel:

Zahnkrone (Corona dentis)

Der sichtbare Teil des Zahns ist die Zahnkrone. Ihre Hauptaufgabe ist das Zerkleinern der Nahrung. Die spitz zulaufende Krone der Schneidezähne ist perfekt zum Abbeißen geeignet. Die Kauflächen der Backenzähne hingegen zermahlen die Nahrung, so dass sie problemlos geschluckt werden kann.

Zahnhals (Cervix dentis)

Der Zahnhals liegt zwischen Zahnkrone und Zahnwurzel. Im gesunden Zustand ist er vom Zahnfleisch bedeckt und dadurch gut vor äußeren Einflüssen geschützt. Freiliegende Zahnhälse, als Folge von Zahnfleischrückgang, verursachen jedoch häufig Schmerzen und reagieren empfindlich auf Kaltes, Heißes, Süßes oder Saures.

Zahnwurzel (Radix dentis)

Die Zahnwurzel ist vollständig vom Zahnfleisch bedeckt. Da sie fest im Zahnfach des Kieferknochens verankert ist, gibt sie den Zähnen ihren sicheren Halt. Während die Schneidezähne in der Regel nur über eine Wurzel verfügen, haben die größeren Backenzähne (Molaren) bis zu vier Wurzeln. Die Wurzeln versorgen den Zahn mit Nährstoffen, Blut und Lymphflüssigkeit und halten ihn vital.

Zahnaufbau: der sichtbare Teil des Zahns

Zahnaufbau der Zahn von außen

Zahnfleisch (Gingiva)

Das Zahnfleisch ummantelt den Zahnhals und schützt die darunterliegenden Schichten des Zahns und Kiefers vor dem Eindringen von Bakterien. Gesundes Zahnfleisch erkennt man an einer blassrosa Farbe und einer festen Konsistenz. Anzeichen für eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis) können Rötungen, Schwellungen und Zahnfleischbluten sein.

Zahnschmelz (Adamantin oder Enamelum)

Der Zahnschmelz bildet die äußerste Schicht im Zahnaufbau und umschließt die Zahnkrone. Er ist die härteste Substanz im menschlichen Körper und besteht fast vollständig aus dem Mineral Hydroxylapatit. Durch das tägliche Kauen und verschiedene andere Faktoren können sich im Laufe der Zeit mikroskopisch kleine Defekte im Zahnschmelz bilden und die darunterliegenden Schichten sind nicht mehr optimal geschützt.

Zahnfissuren

Die kleinen Rillen und Vertiefungen auf den Backenzähnen werden Fissuren genannt. Sie helfen zwar beim Zermahlen von Lebensmitteln, sind aber auch besonders anfällig für Karies. Da sie bis zu 1 mm tief und beim Zähneputzen schwer zu erreichen sind, kann sich hier besonders leicht Zahnbelag bilden und festsetzen. Als Folge entsteht häufig die sogenannte Fissurenkaries.

Innerer Aufbau des Zahns

Zahnaufbau der Zahn von innen

Zahnbein (Dentin)

Unter dem Zahnschmelz befindet sich das Zahnbein (Dentin). Es ist die zweithärteste Substanz im menschlichen Organismus und besteht zu etwa zwei Dritteln aus Hydroxylapatit. Im Gegensatz zum Zahnschmelz, der vom Körper nicht reproduziert werden kann, wird es lebenslang neu gebildet. Das Zahnbein ist von feinen Nervenbahnen durchzogen, den sogenannten Dentintubuli oder Dentinkanälen. Wenn der Zahnschmelz geschädigt ist und die Dentinkanäle freiliegen, übertragen sie äußere Reize ins Zahninnere, was sich häufig als schmerzempfindliche Zähne bemerkbar macht.

Zahnmark (Pulpa)

Umgeben von der Zahnhartsubstanz und einem Hohlraum, der sogenannten Pulpahöhle, befindet sich das Zahnmark. Es ist ein weiches, gallertartiges Bindegewebe und besteht aus Blutgefäßen, Lymphflüssigkeit und Nervenfasern, weshalb es oft auch fälschlicherweise als Zahnnerv bezeichnet wird. Das Zahnmark reicht bis in die Wurzelkanäle, wo Nerven und Blutgefäße ein- und austreten. Eine Entzündung dieses sensiblen Bereichs (Pulpitis) wird meist durch eine nicht behandelte Karies verursacht. Sie äußert sich in sehr starken Zahnschmerzen, Temperatur- und Druckempfindlichkeiten.

Wurzelzement (Cementum)

Das Wurzelzement ist Teil des Zahnhalteapparats und umgibt die Zahnwurzel und den Zahnhals. Es besteht neben Fasern, Gewebe und Wasser zu 65 Prozent aus Hydroxylapatit. Damit ist das Wurzelzement eine knochenähnliche Substanz. In seiner Funktion verankert es die sogenannten Sharpey-Fasern. Diese elastischen Fasern sorgen dafür, dass der Zahnhalteapparat nicht statisch, sondern flexibel ist. Der Druck, der durch den Kauvorgang entsteht, wird mit ihrer Hilfe abgefedert.

Kieferknochen

Der Oberkiefer (Maxilla) ist über ein Gelenk mit dem Unterkiefer (Mandibula) verbunden, wodurch das Öffnen und Schließen des Mundes und somit das Kauen und Zerkleinern von Nahrung ermöglicht wird. Die Zähne sind in einem Zahnfach im Kieferknochen fest verankert. Ein häufiger Grund für lockere Zähne ist eine Zahnbettentzündung (Parodontitis). Hierbei handelt es sich um eine bakterielle Erkrankung, bei der die körpereigene Immunabwehr knochenabbauende Zellen (Osteoklasten) produziert. Im schlimmsten Fall kann eine Parodontitis daher auch zu Zahnverlust führen.

Zahnpflege und Zahnaufbau

 Zahnaufbau Zahnpflege

Zähneputzen gehört zu den effektivsten Methoden, um die Zahngesundheit zu erhalten und die Langlebigkeit der Zähne zu unterstützen. Die tägliche Reinigung konzentriert sich dabei vor allem auf die sichtbaren Teile der Zähne: Zahnschmelz, Fissuren, Zahnzwischenräume und Zahnfleisch, insbesondere den Zahnfleischsaum.

Ziel ist es, Speisereste und bakterielle Zahnbeläge, die sogenannte Plaque, zu entfernen. So werden Zähne und Zahnfleisch vor Angriffen durch Mikroorganismen geschützt und das Entstehen von Karies oder Zahnfleischentzündungen verhindert.

Auf der Zahnoberfläche und am Zahnfleischrand sammeln sich leicht Bakterien, die sich von Nahrungsresten und Zucker ernähren und dabei Säuren produzieren. Die Säuren demineralisieren den Zahn und lösen die kristallinen Bestandteile aus dem Zahnschmelz. Eine zucker- und säurereiche Ernährung verstärkt die Demineralisation zusätzlich.

In der Folge entstehen mikroskopisch kleine Risse im Schmelz, an denen die Bakterien einerseits noch besser haften können und so Karies begünstigen. Und andererseits können über die winzigen Defekte im Zahnschmelz auch äußere Reize an die sensiblen inneren Schichten des Zahns weitergeleitet werden. Häufig werden diese Schäden im Zahnschmelz dann als schmerzempfindliche Zähne beim Verzehr von heißen, kalten, sauren oder süßen Speisen und Getränken wahrgenommen.

Zahncremes mit biomimetischem Hydroxylapatit, besser bekannt als künstlicher Zahnschmelz, verschließen bei täglicher Anwendung die mikroskopisch kleinen Risse und reparieren so die Zahnschmelzoberfläche. Die Zähne fühlen sich dadurch glatter an und Bakterien können schwerer am Zahn haften. Dadurch wird:

  • Die Entstehung von Zahnbelag und Zahnstein reduziert
  • Karies und Zahnfleischproblemen vorgebeugt
  • Die Empfindlichkeit der Zähne gemindert

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Zahnaufbau: Methoden und Therapie

Trotz guter Zahnpflege lassen sich Zahnschäden nicht immer vermeiden. In diesen Fällen wird ein zahnmedizinischer Eingriff für den Zahnaufbau notwendig. Die Füllung von Karieslöchern oder der Zahnersatz, wenn ein Zahn fehlt, haben nicht nur kosmetische Gründe. Die verschiedenen Techniken tragen auch dazu bei, das gesamte Gebiss gesund zu erhalten.

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